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Hippopotamus – von Verkehrspolizisten und Betten

Gestern war schon am Morgen die Ampel ausgefallen. An sich ist das ja nicht so tragisch, aber es war ausgerechnet die vorm Bahnhof unter den Betroffenen. Wie sich später herausstellen sollten, waren in unserem Bezirk alle Lichtzeichenanlagen (Gruß ans Beamtendeutsch) ausgefallen. Als ich dann wieder zurück kam, stand mitten auf der großen Kreuzung ein Verkehrspolizist und hat den Verkehr geregelt. Der war wirklich nett, könnte mich glatt an diesen Zustand gewöhnen. Peinlich war nur, dass er den Erwachsenen um mich herum sagen musste, was seine Zeichen bedeuten – haben die denn in der Fahrschule nicht aufgepasst? Also war klein Mey die Einzige, die stehen geblieben ist, als es verlangt war.

 

Danach ging es rasch weiter, denn wie immer war ich schon viel zu spät dran (trotzdem bin ich meistens überpünktlich, wenn nicht die Bahn vor der Nase wegfährt, wenn man schon die Hand am Türöffner hat – nebenbei Grüße an den ach so freundlichen Straßenbahnfahrer von letztens und Danke an die wirkliche nette Fahrerin von gestern, die extra wegen mir nochmals die Türen geöffnete hat). Aber ich bin nicht die Letzte gewesen. Wobei ich sagen muss, hätte ich gewusst, wer den Kurs leitet, wäre ich nicht gekommen. Tai Chi soll ja eigentlich entspannend sein, was es meistens auch ist, jedoch, warum auch immer, ist es mir bei dem „großen“ Meister lieber als bei dem „kleinen“ Meister (Größenangabe bezieht sich auf Körpergröße, nicht auf Fähigkeiten). Der „große“ Meister kam dann auch noch, jedoch war unsere Stunde dann schon vorbei. Irgendwas muss gewesen sein – hoffentlich nichts Schlimmes…

 

Danach ging es nach Hause und ich bin wenig später hundemüde ins Bett gefallen.

 

Heute dann ging es wieder zu Y zum: Streichen, die Zweite. Erst einmal mussten wir die erdbeerrote Wand von gestern, die eigentlich eher kirschrot aussieht, noch einmal ausbessern, danach ging es an die Küche. Dort ging aber alles viel schneller, weil wir schon ein eingespieltes Team waren. Wofür wir gestern fast vier Stunden gebraucht haben, war in knapp zweien fertig. Doch damit nicht genug. M, der Freund von Y kam noch, um das Bett aufzubauen. Das war gar nicht so einfach wie gedacht, im Gegenteil, es war fürchterlich. Otto macht noch schlimmere Anleitungen als IKEA und das muss schon was heißen… Also braucht M bald Hilfe und da ich Heimwerken und vor allem Möbel zusammenbauen sowieso total gern mache, habe ich mitgemacht. Irgendwie haben wir M und M quasi es dann einigermaßen hinbekommen. Woran natürlich niemand von uns gedacht hatte war ein Hammer, also sind Y und ich durchs Haus auf der Suche nach einer bewohnten Wohnung. Da sie ja noch nicht wirklich dort wohnt, kennt sie auch kaum jemanden. Drei Etagen über ihr haben wir dann endlich Geräusche gehört und Licht gesehen. Statt einer Klingel hing ein Schild: Bienvenidos, welcome. Also haben wir geklopft und M, wie er sich später vorstellte (er heißt genau wie der Freund von Y) hatte auch einen Hammer, den er uns leihen konnte. Unsere Rettung. Er sieht gut aus und ist nett und wahrscheinlich würde er eher auf Ys Freund M stehen, als auf eine von uns…

 

Mit dem Hammer ging es dann weiter und einige Nerven weniger und viel körperliche Anstrengung weiter, ging dann nichts mehr. Es fehlen Schrauben für die Kopfstütze. Also eine Zwangspause.

 

Jedoch waren wir wirklich erfolgreich: Eine Wand ausgebessert, eine andere komplett gestrichen, Y hat sauber gemacht, während M und ich das Bett aufgebaut haben… Jetzt kann Y fast einziehen, es fehlen nur noch Kleinigkeiten.

 

Es war ziemlich spät geworden und M hat dann angeboten, mich nach Hause zu fahren, was mir mehr als recht war. Im Auto kamen wir dann irgendwie zu Tiernamen und ja: Hippopotamus heißt Nilpferd.

 

Danke für den schönen Abend. Und danke an M, dass er mich als gleichwertig beim Bettenaufbau betrachtet hat – es soll ja Männer geben, die meinen, Frauen könnten so etwas nicht.

 

8.2.09 00:43
 


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